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SABBATICAL – einfach mal machen, könnte ja gut werden

Juli 24, 2017

Lange Zeit habe ich meinen größten Traum gehegt, eine Weltreise zu unternehmen. In meiner Vorstellung wollte ich sie alleine erleben: Ich, mein Rucksack und die Welt. Zum Einen um selber mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten, zum Anderen um komplett unabhängig zu sein.

Doch ganz einfach war es für mich nicht, denn ich traute mir diesen Schritt nicht so recht zu – loslassen. Ich hatte einen sicheren Arbeitsplatz der mir total Spaß machte und meine Freunde und Familie hielten mich hier. So vergingen weitere Jahre, immer der Gedanke im Hinterkopf und das Fernweh im Herzen.

Wenn wir an unsere Träume, Wünsche und Bedürfnisse denken, überlegen wir uns, wie wir diese erreichen können? Das sich nicht jeder Wunsch erfüllen wird, damit müssen wir leben, aber ich bin davon überzeugt, dass sich viele Wünsche und Träume realisieren lassen – auch wenn manchmal ein bisschen Mut und Durchhaltevermögen dazu gehören.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt?

Meine Freunde und mein Umfeld hatten nie etwas Ähnliches unternommen, sodass ich auf Hilfe hätte zurückgreifen können. Außerdem waren hilfreiche Informationen im Internet damals für mich zu rar. Zu einem späteren Zeitpunkt entdeckte ich den Blog von Carina, pinkcompass.de, die sich mit dem Thema Alleinreisende Frauen auseinandersetzte.

Auf Island kam dann das Schlüsselerlebnis, bei einer gemeinsamen Gletschertour habe ich eine Australierin getroffen, die mich durch ihr Selbstbewusstsein, alleine die Welt zu entdecken, beeindruckt hat. Sie war Anfang 20 und mit einem Around the World Ticket unterwegs. Ich war damals 28 Jahre und lauschte ihren Erzählungen und der Möglichkeit Zeit zu haben und diese mit in die Länder zu bringen. Der Gedanke war gefestigt. 2 Jahre später war die Entscheidung gefallen und im dritten Jahr ging es endlich los.

Immerhin habe ich die Zeit genutzt, um Geld zu sparen und möglichst nützliche Informationen zu sammeln. Im Juli 2015, ich war gerade 31 Jahre geworden, war das Flugzeug gebucht und der Rucksack gepackt. Ich war an den Punkt gekommen. Just do it!

Was sagen deine Freunde, wenn du ihnen sagst, du gehst ein Jahr auf Weltreise

Voller Vorfreude und Aufregung auf das was kommt, erzählte ich meiner besten Freundin in unserer Lieblingsbar,  es ist soweit, ich ziehe die Sache durch und gehe auf Weltreise! Ihre Reaktion war eindeutig: Sie bestellte einen Ouzo, naja einer reichte nicht aus und es wurden etwas mehr… Viele meiner Freunde wussten von meiner Reiseleidenschaft und dem Fernweh, dennoch war die Überraschung groß. Die Freude, der Respekt und die Liebe, die mir für meine Reise entgegen gebracht wurde nahm ich mit und ich kann nur sagen, sie brachten mir eine große Portion Glück. Es ist schön ein Umfeld zu haben, das einen in solchen Aktionen unterstützen.

Warum eine Auszeit? Mein Jahr – Just do it!

Freiheit erleben und das tun wonach uns der Sinn steht. Auf dieses Experiment wollte ich mich einlassen.

Zum einen um die Welt besser kennen zu lernen, meine Englischkenntnisse zu verbessern und ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, Flexibilität und Lebenslust zu führen. Zum Anderen um dem Alltag zu entfliehen und sich mit der Frage auseinander zu setzen, ist mein Leben okay oder hat es mir noch mehr zu bieten. Arbeiten, Shoppen und Konsumieren sollten ganz hinten stehen.

Ich nenne es gerne Mein Jahr. Mein Jahr, weil mir vieles bewusst geworden ist und ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.

So wünsche ich jedem einmal diese Gelegenheit – ein Jahr (dein Jahr) zu erleben.

7 Gründe für eine Auszeit

1. Entfliehe dem Hamsterrad – das Leben hat mehr zu bieten als nur Arbeiten, Einkaufen, Internet, Fernsehen und Freizeitgestaltung

  1. 2. Nimm dir Zeit für dich – ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben
  2. 3. Lege die Beine hoch und tue nichts – entspannen, schlafen, relaxen
  3. 4. Lerne dich besser kennen – und frage dich was dir gut tut
  4. 5. Erkenne das Geld nicht alles ist und Zeit dir niemand schenken wird
  5. 6. Blicke über den Tellerrand
  6. 7. Beginne einen neuen Lebensabschnitt

Meine 5 Wünsche für die Reise

  1. 1. 365 Tage Sonne. Meine Reise sollte unter dem Motto stehen: Follow the sun
  2. 2. Flexibel sein – ich wollte während meiner Reise frei sein. Mich einfach treiben lassen und situationsabhängig reagieren
  3. 3. Lernen – egal ob es eine Sprache ist, offen zu sein, sich auf eine andere Umgebung einlassen, Menschen und Kulturen kennenlernen
  4. 4. Gedanken ordnen und sich mit der Frage beschäftigen: was ist mir wirklich wichtig
  5. 5. Reisen ohne Zeitdruck – Zeit für das Land und die Menschen mitbringen

Wir haben nicht viel davon und doch sollten wir sie nutzen: DIE ZEIT

In Sydney in Australien kaufte ich mir ein Buch – MY BUCKETLIST – im Museum of Contemporary Art Sydney. Ich setze mich in den First Fleet Park und begann zu schreiben. Mach dir bewusst, was dir wichtig ist und entscheide, was dich glücklich macht.

Im Alltäglichen Leben, haben wir jedoch oft nicht die Möglichkeit bzw. die nötige Ruhe einmal über uns selbst und die eigenen Wünsche nachzudenken –  immer ist etwas wichtiger, immer kommt etwas anderes dazwischen. Wir sind im Hamsterrad, der eine Tag folgt dem anderen. Für mich war der Zeitpunkt gekommen, ich wollte die Welt sehen, meinen Horizont erweitern und wissen, was das Leben mir noch zu bieten hat. Einmal raus aus allem: ohne anderen Einfluss, ohne Konsum und dem Gefühl ständige online sein zu müssen.

So eine Auszeit gibt dir Zeit und die Möglichkeit über dein Leben nachzudenken. Hast du mit deiner Bucket List schon begonnen?

Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie alleine machen. Kurt Tucholsky

Dieses Zitat von Kurt Tucholsky finde ich einen guten Aufhänger, um uns bewusst zu machen, dass es auf die eigenen Erfahrungen ankommt. Wir werden geboren und erfahren bereits in frühen Jahren eine Erziehung durch unserer Eltern, im Kindergarten, in der Schule, über die Berufswelt, den Medien und der Politik wie wir gewisse Dinge auszuüben haben – dabei werden wir programmiert.

Jedoch sind meiner Meinung eigene Erfahrungen ein gutes Mittel gegen Vorurteile etc., d. h. versuche Deine Meinung (möglichst oft) aus deinen eigenen Erfahrungen zu bilden und übernehme sie nicht von anderen.

Ein Jahr voller Erlebnisse und neuer Erkenntnisse

Es liegt eine Art Magie über dem Fortgehen, um dann völlig verändert zurückzukehren. – Kate Douglas Wiggin

Ich bin von meiner Reise nicht zurück gekommen, wie ich gegangen bin. Eine Reise verändert und bringt neue Eindrücke und Erfahrungen mit sich. Am Ende entscheidet jeder selber, was er mit diesen neuen Erkenntnissen und Bewusstsein anfängt. Manchmal braucht es auch etwas Zeit, damit die Gedanken reifen können. Aus der Erfahrung kann ich sagen, die Auszeit hat mein Leben verändert. Aber das erfahrt ihr ein anderes Mal.

Bewusster leben und dankbar sein

Als ich alleine am Strand in Neuseeland saß und mich fragte, was noch unerfüllte Wünsche und Träume sind, kam mir der Gedanke, mir doch auch einmal bewusst zu machen, wie viele Wünsche sich bereits erfüllt haben und wie viel Gutes mir passiert ist. So stellte ich mir die Aufgabe und füllte eine meiner Hosentasche mit Erbsen und für jeden erfüllten Wunsch entnahm ich eine Erbse und steckte diese in die andere Hosentasche. Das Ergebnis in einem Wort zusammen gefasst ist: Dankbarkeit.

Wofür kannst ich alles dankbar sein? Hast du Lust es einmal auszuprobieren? Nehme dir einmal bewusst die Zeit dafür. Ich freue mich über deinen Kommentar.

Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben weiß, hat ein Vermögen.

Jean Anovilh

Mein Buchtipp:

MY BUCKETLIST, ISBN : 978-0-9874493-1-3

Enjoy the little things und denke dran, das Leben ist zu kurz für irgendwann.

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