Kuba

Kuba

Juli 17, 2017

Ich weiß nicht, wie ich an das Thema Kuba herangehen soll, es ist mega-komplex und ich bin kein Experte. Ich möchte an dieser Stelle aber 2 Audioaufnahmen und ein paar Gedanken teilen.

(Brauchen die Leute hier eine kleine Einführung? Die Situation vor der Revolution, die daraus resultierende Revolution, Rolle der USA, Embargo, Zusammenbruch der Sowjetunion, Kuba post kalter Krieg)

 

Gespräch mit einem Anhalter

Meine Mutter und meine Schwester sind mich in Kuba besuchen zu kommen. Wir haben uns einen Mietwagen gegönnt, um unabhängiger von Fahrplänen zu sein und zwischendurch auch mal anhalten zu können. In dieser Audio-Datei geben ich das Gespräch wieder, dass ich mit einem Anhalter geführt habe.

 

Gespräch mit einem Taxifahrer

Gespräche über Kuba, scheinen in Autos am besten zu funktionieren. Vielleicht, weil man sich ziemlich sicher sein kann, dass niemand mithört.

 

 

Gedanken zu Kuba ein paar Monate später

Ich muss zugeben, dass Kuba mir nicht aus dem Kopf geht. Es ist mittlerweile 2,5 Monate her, dass ich dort war, und es macht sich dass Gefühl breit, dass ich noch mal zurück muss, dass ich es noch nicht ausreichen erkundet und verstanden habe. Nicht, dass ich sonst alle Länder verstehen würde, die ich bereise, aber Kuba hat einen besonderen Reiz. Egal auf welchem Entwicklungsstand die anderen Länder waren, die ich bislang bereist habe, so folgten sie dem Schema der westlichen Welt. Nicht alle, aber die meisten versuchen auf der Leiter von Erfolg und Einfluss nach oben zu kommen, überall gibt es größere oder kleinere Supermärkte, überall findet man Produkte großer Konzerne, überall fällt viel Verpackungsmüll an, überall ist der ökologische Fussabdruck recht groß und fast immer kommt Wirtschaft vor Natur. Nicht so in Kuba, wobei ich gleich dazu sagen muss, dass das nicht am Bewusstsein der Bevölkerung liegt, sondern an den eingeschränkten Möglichkeiten. Nichts desto trotz hat das Land einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen. Viele Kubaner würden ihr Leben gerne verändern, das Land verlassen, ein gutes Einkommen und ein Motorrad oder Auto haben. Das Leben, insbesondere für die Bevölkerung, die kein Einkommen aus dem Tourismus bezieht ist materiell karg. Es gibt keine freien Wahlen und keine freie Meinungsäußerung. Es wird niemanden erstaunen, wenn ich feststelle, dass Kuba nicht das Nonplusultra ist. Aber Kuba hat etwas, das Leben läuft gemächlich, es werden Ochsen und Pferde zur Arbeit eingesetzt, das Fischerboot besitzt keinen Motor, sondern wird gesegelt oder gerudert. Müll fällt kaum an, Plastiktüten gibt es nur an Touristenorten, Essen zum Mitnehmen (was es auch nur in den Touristengebieten gibt) bekommt man in einem unbeschichteten Karton, wer Kekse kauft, bringt seine eigene Dose mit.. Es ist erstaunlich wie wenig Müll man produzieren kann, jeder Fitzel Schnur wird noch verwertet, Wertstoffe werden eingesammelt und recycelt, Autos fahren so gut wie nie nur mit einer Person, es wird viel geritten, mit dem Pferdekarren transportiert oder Fahrrad gefahren. Ich glaube, Entwicklung ist keine Gerade, die sich unendlich Richtung Horizont spannt, ich glaube, Entwicklung muss ein Gleichgewicht finden, ein ökologisches und sozio-ökonomisches und ich frage mich, ob nicht ein Teil der Welt übers Ziel hinausgeschossen ist (oder daran vorbei). Das Leben auf Kuba ist mühseliger als das in Europa, aber die Frage ist, ist die westliche Lebensweise gesund? Für uns, für den Planeten, für unsere Nachfahren, für die globale sozio-ökonimische Struktur. Wäre es nicht besser Autos zu reparieren, statt neue anzuschaffen? Viele Autos in Kuba sind 50 Jahre alt, wäre es nicht ökologischer und wahrscheinlich auch ökonomischer ein Auto ein Leben lang zu reparieren und zu fahren, gegebenenfalls bei Bedarf einen neuen Motor einzusetzen? Bei uns ist die Arbeitskraft teuer, in Kuba zählt Zeit nicht viel, Hauptsache das Auto fährt wieder. Wäre es nicht sinnvoll Autos nur zu nutzen, wenn mehr als eine Person drin sitzt? Wäre es nicht sinnvoll Verpackungsmüll und Wegwerfgeschirr zu verbannen? Sollte nicht Plastik besteuert werden, so dass weniger zum Einsatz kommt? Wäre es nicht sinnvoll lokal anzubauen und für den lokalen Markt zu produzieren, anstatt den Lebensmittel um den halben Globus zu schiffen?

Wie ich zu Anfang sagte, ist Kuba nicht das Gelbe vom Ei, aber vielleicht liegt das Gleichgewicht irgendwo zwischen Kuba und den westliche Ländern (und ich meine damit Null die Politischen Systeme), vielleicht haben wir einen gewissen Punkt überschritten und müssen versuchen diesen Punkt des Gleichgewichts zu finden. Das kann bedeuten, dass das Leben anstrengender wird, dass kann bedeuten, dass wir seltener Orangen und Bananen auf den Teller bekommen, aber das heißt nicht, dass das Leben freudloser oder ungesünder wäre. Vielleicht tritt sogar das Gegenteil ein, vielleicht würde ein Lebensstil, wo nicht alles zu jeder Zeit verfügbar ist, wo wir wissen wo unsere Produkte herkommen, wo wir achtsamer mit der Umwelt umgehen, wo wir uns mehr körperlich betätigen, uns zufriedener machen.

 

Slow life in the Sierra Maestra – Fotoserie

Die Familie, die in dieser Serie fotografisch festgehalten wird, lebt in den Bergen der Sierra Maestra, zwei Wegstunden vom nächsten Ort entfernt. Ihr Leben ist entbehrungsreich und die Arbeit hart, das Wasser kommt aus einer Quelle in der Nähe des Hauses, Licht spenden Kerzen, elektrische Geräte und deren Geräusche gibt es keine. Trotzdem besitzen manche ein Handy, auf dem hauptsächlich Musik gehört wird. Im Ort sind, können sie es wieder aufladen. Die Familie lebt größtenteils als Selbstversorger, sie kaufen nur Reis, Öl zum Braten, Kerzen, Salz und Zucker. Im Vergleich zu vielen anderen Orten Kubas ist ihr Tisch reich gedeckt, denn sie halten eigene Schweine, Hühner und die Felder versorgen sie mit Obst und Gemüse. Was sie nicht selber brauchen, bringen sie auf dem Maultier oder dem Pferd ins Dorf und verkaufen es.

 

 

INFOS

 

Transportmittel

Mietwagen: Am unabhängigsten ist man sicher mit dem Mietauto, aber die Kosten betragen ca 80 €/Tag + Benzin (ca 1 CUC pro Liter). Um eine Reservierung zu tätigen, sollte man 1-2 Monate Vorlauf einplanen. Die einzelnen Mietstationen sind untereinander nicht vernetzt und niemand kann sagen, wann wo ein Auto zurück kommt, außer für die eigene Station. Oftmals werden auch ganze Kontingente von Reiseanbietern geblockt, so dass man ebenfalls durch einen Reiseanbieter gehen muss. Zur Hauptsaison ist die Nachfrage auf jeden Fall höher als das Angebot.

Privater Fahrer: Habe ich nicht gemacht, aber wurde mir angeboten. Jemand fährt einen mit seinem Privatwagen quer durch Kuba. Das kann eine Alternative sein, wenn man keinen Mietwagen mehr bekommt und evtl. kann man durch den Fahrer tiefere Einblicke ins Land&Leute erhalten, als alleine. Mir wurde ein Preis von 90 CUC/Tag angeboten, Unterkunft und Essen müsse für den Fahrer nicht mehr gezahlt werden. Ob Benzin inbegriffen war, weiß ich nicht.

Via Azul heißen die Touristenbusse, sie fahren die meisten größeren Städte an, aber das recht selten, ca 1-3 x am Tag. Es bedarf also etwas mehr Planung z.B. in Mexiko. Die Preise sind recht teuer. Havanna-Santiago kostet ca. 50€.

Omnibus Nacional: Ist den Kubanern vorbehalten, selbst in einer Gegend, wo kein Via Azul fährt, wollte man mich nicht mitnehmen.. Aber ein Versuch ist es wert, die Busse sind deutlich günstiger und man gewinnt wahrscheinlich einen besseren Einblick, als in den Via Azul Bussen. Von außen scheinen die Via Azul und die Omnibuses Nacionales vergleichbar.

Collectivos sind sind Sammeltaxis (meist Oldtimer) für Touristen, die feste Strecken abfahren. Die Preise sind vergleichbar mit den Buspreisen, aber sie holen einen bei der Unterkunft ab und bringen eine im Ankunftsort zu einer selbstgewählten Unterkunft.

Guaguas & Maquinas: Sind die Nahverkehrsmittel der Kubaner. Oft kann man auch als Tourist mitfahren, allerdings fahren sie meist nur kurze Strecken, so dass man öfter umsteigen muss und wieder aufs neue warten muss. Man kommt damit auf jeden Fall ans Ziel, aber man sollte etwas Zeit einplanen.

Per Anhalter: Viele Kubaner fahren per Anhalter. Ich weiß nicht wie das als Tourist funktioniert, aber ich denke, dass es ein exzellenter Weg ist ins Gespräch zu kommen.

Per Fahrrad: Man kann ohne Probleme sein eigenes Fahrrad mit nach Kuba bringen. Sicherlich auch ein guter Weg zu reisen. Ich hatte das Glück ein Fahrrad geliehen zu bekommen, es war ein anstrengender, aber schöner Trip. Durch das Fahrrad kommt man leicht in abgelegene gebiete und ins Gespräch.

 

Unterkunft

Hotel: Kann ich nichts zu sagen.

Casa Particular: In vielen Orten kann man sich ein Zimmer in einem Casa Particular mieten. Casa Particular heißt, dass Privatpersonen die Erlaubnis erhalten haben einen oder mehrere Wohnräume an Touristen zu vermieten. Um solch eine Lizenz zu erhalten, müssen die Zimmer Mindeststandards erfüllen, wie warmes Wasser und Klimaanlage. Aus meiner Sicht, muss man kein Casa Particular im Voraus reservieren, man wird immer eins finden. Die Preise bewegen sich zwischen 20-25 CUC für 2 Personen und 30 CUC für 3 Personen. Als Einzelperson kann man mit etwas Verhandlungsgeschick auch ein Zimmer für 10 CUC/Nacht finden. Die Preise dienen der Orientierung und sind verhandelbar (ich habe auch welche getroffen, die zu dritt grundsätzlich nur 15 CUC/Nacht gezahlt haben – es geht).

 

Internet

Auf vielen öffentlichen Plätzen gibt es W-Lan, sogar auf dem Land. Dafür benötigt man eine Karte mit einem Zugangscode, die man bei ETECSA kaufen kann. Eine Stunde Internet kosten 2 CUC, hierbei ist die Datenmenge egal. Deshalb am besten Emails abholen, disconnecten, Emails vorschreiben, connecten, Emails abschicken. Oftmals bildet sich vor ETECSA eine Schlange, deshalb am besten gleich mehrere Internetkarten kaufen – sie wieder zu verkaufen geht immer (nicht, um Gewinn zu machen, aber man wird sie wieder los).

 

Wasser

Ich habe das Wasser aus der Leitung getrunken und keine Probleme gehabt. Wasser in Flaschen ist teilweise echt schwer zu finden und teuer. Wer kein Wasser aus der Leitung trinken möchte, könnte einen Wasserfilter mitnehmen.

No Comments

Leave a Reply